Hier sieht man die Zwillinge Ben und Lea.

Zwillingsgeburt Erfahrung Kaiserschnitt – Wenn es zu früh losgeht

Plötzlich platzt die Fruchtblase und man steckt mitten drin im Strudel der Zwillingsgeburt. Manchmal ist der Zeitpunkt dafür viel zu früh, wie bei Kristina. Sie war gerade mal in der 32. Schwangerschaftswoche, als die Fruchtblase zersprang. Lies hier ihren Erfahrungsbericht über die Geburt: Zwillingsgeburt Erfahrung Kaiserschnitt – Wenn es zu früh losgeht.

In der Nacht vom 26. auf den 27. Oktober 2018, gegen 4:30 Uhr, 32. Schwangerschaftswoche, weckte mich plötzlich ein Schwall Wasser. Meine Fruchtblase war geplatzt. Wieder, wie bereits bei meiner ersten Schwangerschaft viel zu früh. Ich weckte meinen Mann mit den Worten: Meine Fruchtblase ist geplatzt. Er sah mich schockiert an und meinte nur: Wir müssen ins Krankenhaus. Während ich weinend auf der Toilette saß, sagte ich zu ihm unentwegt: Das kann doch nicht wieder passieren. Was machen wir bloß falsch. Wir haben doch noch gar nichts vorbereitet. Die beiden sind viel zu klein. Zwei Monate vor Entbindungstermin bekomme ich mal wieder einen Blasensprung und die beiden müssen so früh geholt werden, meine Gedanken rasten.

Kristina in der 30. Schwangerschaftswoche

Im Krankenhaus warteten Lungenreifespritze und Wehenhemmer – Zwillingsgeburt Erfahrung Kaiserschnitt

Im Krankenhaus angekommen wurde ich untersucht. Ich bekam die Lungenreifespritze sowie einen Wehenhemmer. Die Ärzte sagten mir: Ich müsste bis zu Geburt der beiden im Krankenhaus bleiben. Wann genau die Geburt sein wird, konnte mir keiner sagen, ob schon morgen oder in zwei Monaten. Alles wurde darangesetzt, die Zwillinge so lange wie möglich im Bauch zu halten.

Tagsüber ging es weiter mit den Untersuchungen und CTGs. Mir wurde Bettruhe verordnet und wenn ich mich fortbewegen wollte, durfte ich das nur sitzend im Rollstuhl. Alleine die Vorstellung, was alles passieren kann, löste in mir Tränen aus. Ich war voller Sorge um meine Babys. Sie waren doch noch gar nicht bereit herauszukommen. Eine positive Nachricht gab es dennoch: Die Zwillinge würden nicht innerhalb von 72 Stunden nach dem Blasensprung geholt werden. Das dachte ich nämlich die ganze Zeit über, da es bei Leon so war. Mir fiel ein Stein vom Herzen. An diesem Tag bekam ich die zweite Lungenreifespritze und erneut einen Wehenhemmer.

Ich bekam Schmerzen am Bauch

Zwei Tage später, am 29. Oktober, hatte ich weitere Kontrolluntersuchungen und CTGs. Meine Männer und meine Eltern kamen zu Besuch. Alles war relativ ruhig, bis ich abends stärkere Schmerzen am Bauch bekam. Ich rief die Krankenschwester, die mich zur Hebamme brachte. Sie schloss mich wieder ans CTG. Sie meinte, es sei alles in Ordnung. Ich hätte nur leichte Übungswehen. Die richtigen Wehen würde ich dann schon merken. In der Nacht legte sich alles und ich konnte einigermaßen ruhig schlafen.

glückliche Zwillingsmama Kristina

Am nächsten Tag besuchten mich erneut meine Männer und eine Freundin. Nach dem Abendessen ging ich in mein Zimmer und legte mich ins Bett, um ein wenig zu schlafen. Stechende Schmerzen ließen das aber nicht zu. Es wurde immer heftiger und in kürzeren Abständen. Ich rief meinen Mann an und erzählte es ihm. Daraufhin meinte er, ich solle eine Schwester rufen, um mich zu untersuchen. Die Worte von der Hebamme am Tag davor hatten mich verunsicherten. Ich wollte nicht erneut wegen leichter Wehen jemanden rufen. Doch irgendwann hielt ich es nicht mehr aus und rief die Schwester. An der Geburtsstation angekommen, empfing mich dieselbe Hebamme. Sie fertigte ein CTG an und sagte, die Wehen seien dieses Mal heftiger. Kurz darauf brachte sie mir Wehenhemmer-Tabletten. Doch es half alles nichts. Die Schmerzen wurden stärker.

Es war soweit, die Zwillinge mussten geholt werden

Zwischenzeitlich kamen meine Eltern zu Besuch. Dass sie mich in diesem Zustand mit starken Schmerzen sehen, wollte ich nicht. Ich wollte stark sein. Doch die Schmerzen waren nicht auszuhalten. Unterdessen sah auch die Chefärztin nach mir und sagte: Es ist soweit. Wir müssen die Zwillinge holen. Der Kaiserschnitt würde vorbereitet und in nicht mal einer Stunde meine Zwillinge geholt.

„Lea kam mit Glückshaube zur Welt.“

Während einer Wehenpause rief ich meinen Mann an und sagte ihm: Es geht los. Die beiden müssen geholt werden. So schnell es ging, kam mein Mann mit Leon. Ich verabschiedete mich von meinem Sohn und meine Eltern nahmen ihn mit zu sich. Dann wurde ich auf den Kaiserschnitt vorbereitet. Ich bekam verschiedene Medikamente und die PDA wurde gelegt. Ich fühlte mich wie in einem Tunnel. War voller Angst und Ungewissheit was mich erwartet. Ich war doch erst bei 31+5.

Ben & Lea erblicken das Licht der Welt

Um 21:26 Uhr wurde das erste Baby geholt: Ben.
Der erstgeborene Zwilling wurde sofort in das Untersuchungszimmer für Neugeborene gebracht. Es war so ruhig. Er hatte nicht geschrien. Das verunsicherte mich etwas. Doch es war alles in Ordnung. Zwei Minuten später, um 21:28 Uhr, kam seine Zwillingsschwester Lea auf die Welt. Sie weinte sofort, musste aber erst aus der Fruchtblase befreit werden. Sie wurde in einer sogenannten „Glückshaube“ geboren.

Endlich durfte ich ihre winzigen Händchen berühren – Zwillingsgeburt Erfahrung Kaiserschnitt

Mein Mann durfte bei allen Untersuchungen der Zwillinge dabei sein und versicherte mir, alles verliefe gut. Nachdem mein Bauch zugenäht, alle Spuren des Kaiserschnitts beseitigt und die Betäubung nachgelassen hatte, durfte ich endlich zum allerersten Mal meine beiden Schätze in ihren Brutkästen besuchen. Ben und Lea waren an verschiedenen Kabeln und Geräten angeschlossen. Es war für mich das Größte, als ich ihre winzigen Händchen berühren durfte. Ich werde diesen wunderbaren Moment niemals vergessen, genauso wenig wie diesen Tag. Danach wurde ich in mein Zimmer gebracht. Erst am nächsten Tag durfte ich erneut zu ihnen. Zwei Schwestern halfen mir aus dem Bett in den Rollstuhl. Die Schmerzen an der Kaiserschnittnarbe waren unerträglich. Ich dachte, mich zerreißt es am Bauch. Doch die beiden sehen und mit ihnen kuscheln zu dürfen, gab mir die Kraft.

Heute ist das Zwillingspärchen von Kristina über ein Jahr alt. Ben und Lea erfreuen sich bester Gesundheit und halten ihre Eltern und ihren älteren Bruder auf Trapp. Danke, liebe Kristina, dass du uns deine Erfahrungen über die Zwillingsgeburt geschildert hast.

Wie war deine Geburt? Konntest du ähnliche Erfahrungen beim Kaiserschnitt machen? Lass es uns gerne in einem Kommentar wissen. Teile Zwillinge2go damit noch mehr Zwillingseltern mitlesen! Du hast Lust über deine Geburt zu berichten? Dann schreibe Zwillinge2go.

Lies hier den nächsten Erfahrungsbericht einer Leserin: Geburtsbericht Zwillinge 36. SSW – Fünf Wochen liegen stand mir bevor