Zwillinge abstillen - Erfahrungsbericht einer Zwillingsmama

Zwillinge abstillen – ein Erfahrungsbericht

Allzu oft wird man im Leben vor Entscheidungen gestellt, die man so nicht erwartet hätte: So war es bei mir mit dem Abstillen meiner Zwillinge. Ich rechnete nicht damit, mir die Frage des Abstillens schon so früh stellen zu müssen. Doch leider führte kein Weg daran vorbei. Lies hier meinen persönlichen Erfahrungsbericht Zwillinge abstillen.

Abstillen – Jeder Zwilling besaß „seine“ Brust

Insgesamt stillte ich die Zwillinge über vier Monate. In dieser Zeit hatte jedes Kind seine „eigene“ Brust. Da nach drei Monaten meine Milch nicht mehr für beide Babys ausreichte, bekam jeder nach der Brust ein Fläschchen. So verlernten die Zwillinge nicht, an der Brust zu saugen. Sie konnten problemlos zwischen Brust und Fläschchen wechseln. Den Mythos: „Babys verlernen an der Brust zu saugen, wenn sie aus einem Fläschchen trinken“ kann ich nicht bestätigen.

Ich weiß: Beim Stillen steigert die Nachfrage das Angebot. Doch leider schaffte ich es körperlich nicht beide Zwillingsbabys voll zu stillen. Ich hätte endlos Kalorien in mich hineinstopfen müssen. Tagsüber alleine mit zwei Babys zu Hause, fehlte mir jedoch die Zeit, zum Kochen oder Essen zuzubereiten.

Schwere Entscheidung: Beide Babys abstillen oder eines

Das Abstillen leitete meine Tochter ein. Sie wollte nach einer Krankheitsphase nicht mehr an der Brust saugen. Mein kleines Mädchen war von Anfang an eine schlechte Trinkerin und ich stillte sie mit dem Stillhütchen. Bei ihrem Bruder war das Stillen schon immer ein Selbstläufer. Nun musste ich mir also die Frage stellen, ob ich meine Tochter abstille und meinem Sohn weiterhin die Brust gebe. Schweren Herzen entschloss ich mich dafür, beide Babys abzustillen. Mir erschien es ungerecht, ein Baby zu stillen und dem anderen die Flasche zu geben. Ich konnte es mit meinem Gewissen nicht vereinbaren nur noch meinem Sohn die innige Nähe zu geben, die das Stillen mit sich bringt.

Zwillinge Abstillen – ein Stück weit loslassen

So begann ich nach und nach eine Stillmahlzeit am Tag wegzulassen und dafür die Flasche zu geben. Immer wenn mir meine Brust zu stark schmerzte, legte ich kurz meinen Sohn an. Ich achtete darauf, dass er die Brust nicht vollständig austrank. Immer wieder versuchte ich, meine Tochter anzulegen, doch sie verweigerte die Brust.

„Ich musste Abschied nehmen vom Stillen.“

Abstillen ist ein langwieriger Prozess. Während dieser Zeit musste ich „Abschied nehmen“ vom Stillen meiner Zwillinge. Das viel mir nicht leicht. Ein Stück weit ist es bereits das Gefühl seine Kinder loszulassen. Insgesamt dauerte es meine Zwillinge abzustillen sechs Wochen. Gott sei Dank wurde ich nicht krank oder bekam eine Brustentzündung, wie viele andere Frauen.

Ist das Abstillen körperlich wie psychisch überwunden, bemerkt man die Vorteile des „Fläschchengebens“. Keine Brust, die schmerzt, weil sie voller Milch ist und das Kind angelegt werden muss. Keine prallen und tropfenden Brüste. So hat beides seine Vor- und Nachteile, das Stillen und Fläschchen geben. Jede Mutter muss für sich herausfinden, was für sie am praktikabelsten ist.

Du hast Fragen zum Abstillen oder erkennst dich wieder? Ich freue mich über deinen Kommentar. Du möchtest über deine Erfahrungen zum Abstillen berichten. Dann schreibe mir.

Teile Zwillinge2go damit noch mehr Zwillingsmamas davon erfahren!

Hier gleich weiterlesen: Lies 10 hilfreiche Tipps zum Stillen von Zwillingen



Anzeige

2 Gedanken zu „Zwillinge abstillen – ein Erfahrungsbericht

  1. Katja sagt:

    Ich selbst musste bereits nach 8 Wochen meine Kinder abstillen, weil ich im Wochenbett schwer erkrankte und deshalb zu wenig Milch hatte. Auch heute noch macht mich der Gedanke daran traurig, weil ich nichts dagegen tun konnte. Leider musste ich oft erleben, dass mich immer wieder andere Mütter mit blöden Kommentaren wie „Ach du stillst nicht???“ konfrontierten.

    • Zwillinge2go sagt:

      Das kann ich mir sehr gut vorstellen. Es ist nicht leicht nach kurzer Zeit abzustillen. Besonders wenn man sich das anderes vorgestellt hat. Dass Mütter nachfragen, liegt leider in der Natur der Dinge. Die meisten wissen gar nicht, dass sie damit andere Mütter unter Druck setzen.

Kommentare sind geschlossen.