Zwillinge – der immerwährende Vergleich

Seitdem die Zwillinge auf der Welt sind, vergleicht man sie miteinander. Sei es das Aussehen, sei es der Charakter oder ihr Verhalten. Selbst Fremde vergleichen die Zwillinge, indem sie sie betrachten und sagen: „Die sehen sich aber ähnlich“ oder „Er ist ja viel größer als sie“. Doch warum ist für Zwillingseltern „Zwillinge Vergleich“ ein täglicher Begleiter?

Zwillinge Vergleich – mit der Geburt geht´s los

Wir als Eltern von Zwillingen vergleichen bereits von Geburt an die Kinder unterbewusst. Allein durch die Unterschiede bei Größe und Geburtsgewicht. Aber ist das nicht grundlegend falsch zwei Individuen miteinander zu vergleichen, bloß weil sie gemeinsam im Bauch heranwuchsen? Was bedeutet das Wort Vergleich? Laut Duden ist ein Vergleich „[…] bei dem etwas mit etwas aus einem anderen Bereich im Hinblick auf etwas Gemeinsames in Beziehung gesetzt wird“. Nun – das Einzige, was meine Zwillingskinder gemeinsam besitzen, ist, dass sie eben zusammen als Babys im Bauch waren und die selben Eltern haben. Ihre Gene sind allerdings grundverschieden. Alleine deshalb weil sie zweieiig und ein Pärchen sind. Das erinnert mich stark an Äpfel und Birnen …

Mutterinstinkt versus Zwillingsvergleich

Vielleicht sehe ich die Sache mit dem Vergleichen zu streng. Denn mit einem Vergleich geht meist eine Bewertung einher, wenn auch nicht gewollt. Man wertet das eine als besser und das andere als schlechter.

So ist das ebenfalls mit der unterschiedlichen Entwicklung von Zwillingskindern. Während eines meiner Zwillinge als Baby heranreifte, wie es in jeder Entwicklungstabelle zu finden ist, war das andere Baby motorisch langsamer in seiner Entfaltung. Aber ist das direkt als schlechter oder bedenklich zu werten? Nein – kann ich nur sagen. Denn mein Mutterinstinkt sagte mir, meinem Kind geht es gut. Es braucht lediglich etwas mehr Zeit. Doch mein Umfeld sah das oft anders und kommentierte gerne die Unterschiede der Zwillingskinder in ihren Fähigkeiten.

Vergleiche, der unbewusste Wettbewerb

Vermutlich stört mich am Gegenüberstellen der Zwillinge, dass in der Natur eines Vergleichs ein Wettbewerb stattfindet. Dabei kann ein Zwillingskind immer schlechter abschneiden. Für mich gibt es jedoch kein „besseres“ oder „schlechteres“ Kind. Meine Zwillinge sind perfekt, genau so, wie sie sind, in all ihren Entwicklungsstufen. Egal wie schnell jedes von ihnen krabbelte, lief oder sprach.

Sicherlich kennst auch du den immerwährenden Vergleich deiner Zwillinge. Ich freue mich über deine Erfahrungen in einem Kommentar. Folge jetzt Zwillinge2go und erhalte eine Benachrichtigung zu neuen Beiträgen!

Lies hier gleich den nächsten Bericht: Zehn Herausforderungen mit Zwillingen, die dir vorher keiner sagt


2 Gedanken zu „Zwillinge – der immerwährende Vergleich

  1. zwillingslook.de sagt:

    Sehr richtige, wichtige Gedankenanregung mal wieder. Ja, manchmal sind die Vergleiche von Außenstehenden – und wenn es oder gerade wenn es im familiären Kreis ist – anstrengend bis hin zu verletzend. Es gibt kein besser oder schlechter. Beide kids sind genau richtig so wie sie sind. Doch immer wieder erwischt man sich auch selbst bei dieser ewiglichen und so unnötigen Vergleicherei. Ganz klar ist jedes Kind als Individuum wahrzunehmen. Gleichmacherei – sei es klamottentechnisch, was Geschenke oder Hobbies betrifft, gibt es bei uns daher nicht. Dennoch läuft vieles parallel und die Interessen und Freunde sind bisher auch noch größtenteils die gleichen. Sind eben doch Zwillinge ;-) – eineiige.

    • Zwillinge2go sagt:

      Lieben Dank für deinen Kommentar. Da hast du absolut den Nagel auf den Kopf getroffen! Genau das kenne ich. LG Z2G

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