Geburt Zwillinge Bericht – Meine Zwillinge kamen per Notkaiserschnitt

Jede Zwillingsgeburt ist eine Reise zu sich selbst und den langersehnten Kindern. Denise Geburt begann spontan und endete mit einem Notkaiserschnitt. Lies hier über ihre Erlebnisse: Geburt Zwillinge Bericht – Meine Zwillinge kamen per Notkaiserschnitt

Alle Geburtsberichte im Überblick:

Endlich war ich schwanger - Geburt Zwillinge Bericht

Bei uns hatte es beim 9. Versuch mit einer ICSI (Methode zur künstlichen Befruchtung) geklappt. Endlich war ich mit Zwillingen schwanger. Aufgrund der negativen Erfahrungen mit einem frühen Abgang, hatte ich große Angst meine Zwillinge zu verlieren. Deshalb gestattete ich mir nicht, mich wirklich zu freuen und stürzte mich stattdessen in meine Arbeit.

Bedauerlicherweise schob ich die Warnungen meiner Frauenärztin teilweise leichtfertig beiseite. Das war keine gute Idee. Es folgten Zwischenblutungen, Verlustängste und ich musste mehrfach wegen verkürztem Gebärmutterhals in die Uniklinik. Doch meinen beiden Zwillingsjungs ging es prima.

Starke Rückenschmerzen leiteten die Geburt ein

Als ich in der 32+5 Schwangerschaftswoche (SSW) erneut in der Uniklinik lag, sollte ich eigentlich am nächsten Morgen entlassen werden. Doch es kam ganz anders. Gegen 23 Uhr verspürte ich plötzlich sehr starke Rückenschmerzen. Naiv, wie ich war, wusste ich nicht, dass sich Wehen auch auf diese Art äußern. Da ich mich erst in der 33. SSW befand, lag mir nichts ferner als der Gedanke: Noch heute Nacht Zwillingsmama zu werden. Zudem war Vatertag und mein Mann mit seinen Freunden unterwegs.

Nach Zwei Stunden war Mein Muttermund ausreichend geöffnet – Geburt Zwillinge Bericht

Es ging sofort in den Kreißsaal und dort irgendwie alles sehr schnell. Als ich gebeten wurde, meinen Mann anzurufen, wurde mir allmählich der Ernst der Lage bewusst. Durch die tollen Schwestern und die Oberärztin, die uns jeden Schritt detailliert erklärten, besaß ich jedoch eine innere Ruhe und war sehr zuversichtlich. In keinem Moment kam Panik oder tatsächlich Angst auf.

Da ich am Abend eine Thrombosespritze bekommen hatte, kam eine PDA (Peridualanästhesie) für mich nicht infrage. Die Wehen wurden sehr schnell stärker und folgten in sehr kurzen Abständen. So hatte sich der Muttermund bereits nach zwei Stunden ausreichend geöffnet. Es sah so aus, als ob einer natürlichen Geburt nichts mehr im Weg stünde. Der erste Zwilling wollte unbedingt nach draußen.

Es wurde mir ein Blasenkatheter gelegt, die Fruchtblase aufgestochen und die Herztöne am Kopf des Kindes überwacht. Noch immer strahlte die Ärztin eine wahnsinnige Ruhe und Positivität aus. Wir durften sogar den Kopf unseres ersten Sohnes ertasten und berühren.

Die Herztöne flachten ab – Notfallkaiserschitt

Dann allerdings musste es plötzlich sehr schnell gehen, da mit einem Male die Herztöne der beiden stark abflachten. Schnellstens wurde sich für einen Notkaiserschnitt unter Vollnarkose entschieden. Der führende Zwilling wurde wieder nach oben geschoben. Dann doch Panik, Tränen, ein letzter dicker Kuss von meinem Mann und es ging los.

„In keinem Moment der Geburt fühlte ich mich alleine oder im Stich gelassen.“

Als ich aufwachte, sah ich in das glückliche und stolze Gesicht meines Mannes. Ich wollte einfach nur wissen, wie es meinen Babys geht, wie sie aussehen und ob sie gesund sind. Und ja, sie waren zwar klein und sehr zart bei 1470/1490g und 40/41cm, aber sie atmeten von alleine und waren ansonsten gesund und putzmunter.

Bedauerlicherweise konnte ich durch den Katheter erst Stunden später zu meinen Zwillingen auf die Frühchenstation. Dort wurde ich von meinen Gefühlen überwältigt, als ich beide auf meine Brust legen durfte. Ich war nun Mama und dieses Gefühl unbeschreiblich. Endlich hatte sich unser Wunsch erfüllt. Nach zehn Tagen kamen unsere Jungs von der Intensivstation in die Kinderklinik. Nach weiteren sieben Wochen ging es endlich zu viert nach Hause. 

Dankbar und Stolz über unsere Zwillinge

Wir sind wahnsinnig dankbar für unsere gesunden Kinder. Meine zwei Kämpfer. Und ich megastolz, wie ich die Geburt verkraftet habe und vor allem, dass ich dennoch keine „Glucke“ geworden bin. Ganz im Gegenteil! Zudem hatte ich das Glück, dass ich bereits zwei Tage nach dem Kaiserschnitt wieder fit war, mich alleine bewegen konnte und somit all meine Kraft meinen Jungs widmen konnte.

Rückblickend bin ich der Ärztin und den Schwestern sehr dankbar. In keinem Moment der Geburt fühlte ich mich alleine oder im Stich gelassen. Selbstverständlich hätte ich eine natürliche Geburt bevorzugt, aber es kam nun mal anders. Für mich persönlich ist dies völlig in Ordnung. Ich habe mich diesbezüglich niemals unter Druck gesetzt und auch noch niemals ein Gefühl des „Versagens“ in mir verspürt. Und wer weiß, vielleicht ist unsere Reise ja noch nicht zu Ende …!

Nachtrag – ein kleines Stück Plazenta war noch vorhanden

Kurz nachdem wir unsere Jungs mit nach Hause nehmen durften, ging es mir eines Morgens nicht besonders gut, ich war kreidebleich im Gesicht. Ich dachte, es läge lediglich an der Schlaflosigkeit. Als ich jedoch zur Toilette ging, war dort plötzlich alles voller Blut. Beim Anblick der Blutmenge bin ich total erschrocken. Ich konnte gerade noch nach meinem Mann rufen und dann wurde ich auch schon ohnmächtig. Ganz schwach höre ich noch die Stimme meines Mannes: „Bleib wach, mach die Augen auf …“, und spüre seine Hand auf meiner Wange. Minuten später war der Krankenwagen da und ich auf dem Weg in die Uniklinik. Es stellte sich heraus, dass wohl noch ein kleines Stück der Plazenta vorhanden war und sich nun gelöst hatte. Ich musste sofort operiert werden.

Vier Jahre Zwillingsglück

Mittlerweile sind die Zwillingsjungs von Denise vier Jahre alt und Denise ist überglücklich über ihre kleine Familie. Danke, liebe Denise, für deinen ehrlichen Geburtsbericht.

Dir gefällt was du liest? Ich freue mich über einen Kommentar.♡ Teile Zwillinge2go damit noch mehr Zwillingseltern davon erfahren.

Hier gleich den nächsten Geburtsbericht lesen: Zwillinge 30 SSW Geburt – ein Geburtsbericht